Graues Holz – was nun?

Sie haben ein neues Gartenhaus, einen Holzzaun oder eine Holzverkleidung gebaut und schon nach kurzer Zeit verändert sich die natürliche Holzfarbe in ein rustikales Grau? In diesem Fall kann nach der Begeisterung über Ihr neues, erfolgreiches Projekt etwas Enttäuschung aufkommen.
Warum Holz grau wird und mit welchem Trick Sie Ihr Holz wieder in alter Frische erstrahlen lassen können, möchten wir Ihnen hier erläutern.

Holz-Zusammensetzung

Holz ist ein organischer, also nachwachsender Baustoff mit einigen Besonderheiten. Die Holzzellwände bestehen aus 42 % bis 50 % Zellulose. Ein weiterer Bestandteil – 25 % bis 40 % – des Holzes ist Hemicellulose, was für die Zugfestigkeit beeinflusst und wie ein Klebstoff wirkt.
Der wichtigste Bestandteil im Holz ist das Lignin, welches in den Zellwänden eingelagert wird und die Verholzung der Zellen bewirkt. Lignin hat eine Schutzwirkung gegen UV-Licht und bestimmt außerdem die Farbe und Maserung des Holzes.

Warum wird Holz grau?

Lignin ist also nicht nur für die Holzstabilität verantwortlich, sondern auch für den markanten hell- bis dunkelbraunen Farbton.
Lignin absorbiert UV-Strahlung, wodurch sich die dem Licht ausgesetzten, obersten Zellen zersetzen und grau verfärben. In den darunter liegenden Holzzellen – die vor dem UV-Licht geschützt sind – bleibt das Lignin und damit auch die Holzfarbe erhalten. Es handelt sich also beim Ergrauen des Holzes um einen natürlichen Prozess, bei dem lediglich die obersten Zellschichten vom Sonnenlicht beschädigt werden. In Abhängigkeit von der Intensität des Sonnenscheins vergraut die ungeschützte Holzoberfläche mehr oder weniger schnell. Graues Holz wirkt – durch das zersetzte Lignin – etwas stumpfer und glanzloser.

Kann man etwas gegen graues Holz tun?

Sowohl zu einem modernen als auch zu einem rustikalen Ambiente passt der natürliche Holzgrau-Farbton sehr gut und liegt gegenwärtig sehr im Trend. Darum sollten Sie gut überlegen, ob die Graufärbung des Holzes zum Stil des Hauses oder Gartens passt. Heim- und Handwerker, die die Verfärbung des Holzes nicht wünschen, haben drei verschiedene Gegenmaßnahmen zur Auswahl.

Schutzanstrich gegen graues Holz

Vorbeugender Schutz ist auch bei dem Baustoff Holz immer am vorteilhaftesten. Mit einem UV-undurchlässigen Anstrich oder mit Beizen können Sie die Holzoberfläche vor Sonnenstrahlen schützen und der Vergrauung entgegenwirken. Die Farbschicht verhindert, dass das Sonnenlicht zur Holzoberfläche durchdringen kann und das Lignin zersetzt. Vor dem Anstrich empfehlen wir Ihnen eine Imprägnierung mit Woodcon. Das überstreichbare Holz-Imprägnierungsmittel wirkt wie ein bemerkenswert haltbarer Voranstrich, der in die Holzoberfläche eindringt und tiefenwirksam vor Feuchtigkeit schützt. Auch bei kleinsten Beschädigungen der Holzfarbe kann die Nässe dem Holz nichts anhaben.

Graues Holz abschleifen

Da lediglich die oberste Zellschicht des Holzes vom Vergrauen betroffen ist, können Sie diese mit Schleifpapier & Schleifmaschine bis auf die nicht betroffene, untere Schicht abschleifen. Allerdings ist diese Methode sehr zeitaufwendig. Sie müssen beim Abschleifen mit Materialverlust und Schleifspuren rechnen. Oftmals sind mehrere Schleifvorgänge mit unterschiedlichen Korngrößen notwendig.

Holz „entgrauen“ mit Hochdruckreiniger

Sollten Ihre Holzgartenmöbel, das Holzcarport, die Holzveranda usw. vergraut sein, können Sie mit einem Hochdruckreiniger die dünne, oberste Zellschicht aus zersetztem Lignin problemlos abtragen! Nach dem Entfernen der ergrauten Holzschicht erstrahlt das Holz wieder in seiner vorherigen Natürlichkeit.

Im Vergleich zum Schleifen bietet Ihnen die Entfernung der grauen Oberfläche mit einem Hochdruckreiniger nennenswerte Vorteile:

  • Mit dem Hochdruckreiniger lassen sich große Flächen in kurzer Zeit bearbeiten.
  • Mit dem Hochdruckreiniger können Sie mühelos schwer erreichbare, unebene Stellen auf der Holzoberfläche vom Grauschleier säubern.
  • Im Vergleich zum Abschleifen bekommen Sie bei der Verwendung eines Hochdruckreinigers weniger Abrieb.
  • Die freigelegte Oberfläche bleibt glatt. Schleifspuren sind nicht sichtbar.
Woodcon Holzimprägnierung.

Heimwerkertipp

Sie sollten auf jeden Fall die freigelegte, wie neu wirkende Holzoberfläche für die Zukunft schützen. Mit Woodcon imprägnieren Sie das Holz, wodurch es wasserabweisend wird und trocken bleibt. Auf trockenem Holz können sich Grünbelag, Algen und Schimmel kaum entwickeln. Woodcon schützt Ihr Holz vor feuchtigkeitsbedingten Schäden.
Für einen zusätzlichen UV-Schutz sollten Sie dafür geeignete Farben und Lacke auftragen.

Graues Holz mit Bleiche aufhellen?

Es wird hin und wieder empfohlen, verwittertes Holz mit Bleichmittel in die alte Farbe zu bringen. Dieser Empfehlung schließen wir uns wegen einiger Nachteile nicht gerne an. Meistens werden stark ätzende Chemikalien verwendet, die das Holz angreifen und nicht unbedingt umweltfreundlich sind.